Was ist clientseitige Verschlüsselung?
Kurz gesagt:
Clientseitige Verschlüsselung heißt, dass auf Ihrem eigenen Gerät zugesperrt wird, mit Ihrem eigenen Prozessor. Auf dem Server kommt nur das verschlüsselte Ergebnis an. Das Gegenstück ist serverseitige Verschlüsselung: Sie schicken lesbare Daten in die Cloud, die Cloud sperrt sie für Sie zu und behält den Schlüssel.
✉️ Der Umschlag
Stellen Sie sich vor, Sie geben einen vertraulichen Vertrag in ein Lagerhaus.
- Serverseitig, der übliche Weg: Sie reichen dem Verwalter den Vertrag. Er liest ihn, steckt ihn in einen Umschlag, versiegelt ihn und stellt ihn ins Regal. Er verspricht, ihn nicht mehr zu öffnen, doch versiegelt hat er ihn selbst, also kann er ihn auch wieder öffnen.
- Clientseitig, so arbeitet TaskNote: Sie legen den Vertrag zu Hause in einen Stahlkasten, hängen Ihr eigenes Schloss daran und geben den verschlossenen Kasten ab. Er kommt ins Regal. Lesen kann der Verwalter nichts, er hat den Vertrag nie offen gesehen und keinen Schlüssel.
⚠️ Was das Wort Verschlüsselung oft verdeckt
Wirbt eine App mit Verschlüsselung auf Bankniveau oder mit Verschlüsselung im Ruhezustand, ist meist serverseitige Verschlüsselung gemeint.
Das schützt vor Einbrechern im Rechenzentrum. Vor dem Unternehmen selbst, das die Daten hält, schützt es nicht.
- Deren Administratoren können lesen, was Sie geschrieben haben.
- Eine gerichtliche Anordnung verpflichtet zur entschlüsselten Herausgabe.
- Wird deren Anmeldesystem geknackt, sind Ihre Inhalte mit dabei.
Clientseitige Verschlüsselung nimmt das Vertrauen aus der Rechnung. Der Server gilt als Lager, dem niemand vertrauen muss.
⚙️ Wie es im Browser abläuft
Browser zeigen nicht nur Seiten an. Jeder moderne bringt eine Krypto-Maschinerie mit, die Web Crypto API.
- Sie tippen. Eine Notiz in TaskNote.
- Ihr Prozessor übernimmt. Noch vor dem Speichern nimmt er Ihren Schlüssel und den Text.
- Er sperrt zu. Der Algorithmus AES-256 läuft auf Ihrem Rechner.
- Er sendet. Das entstandene Kauderwelsch geht an unsere Server.

Das kostet einen Hauch Akku. Dafür beruht die Privatsphäre auf Mathematik statt auf Zusagen.
🛡️ Warum wir es so bauen
Privatsphäre sollte keine Einstellung sein, die man erst suchen muss.
Verschlüsseln auf dem Gerät bringt dreierlei:
- Tempo. Gearbeitet wird dort, wo Sie sind. Niemand wartet, bis ein Server den Text verarbeitet hat.
- Sicherheit. Wer die Leitung zwischen Ihnen und uns anzapft, sammelt verschlüsseltes Rauschen.
- Gewissheit. Kein Modell lernt an Ihren privaten Gedanken, weil auf unserer Seite nichts sie lesen kann.
❓ Häufige Fragen
Zieht das den Akku leer?
Nicht spürbar. Telefone haben dafür eigene Hardware. Eine Notiz zu verschlüsseln kostet weniger Energie als das Laden eines einzigen Fotos.
Kann ich meine Notizen noch durchsuchen?
Ja, es geschieht nur woanders. Der verschlüsselte Index kommt zu Ihrem Gerät, wird im Arbeitsspeicher geöffnet und dort durchsucht. Deshalb wirkt die Suche sofort: sie läuft lokal.
Warum macht das nicht jede App?
Weil es schwerer zu bauen ist und Türen schließt. Serverseitig ist einfach und lässt die Inhalte für Werbung und für das Training von Modellen verfügbar. Clientseitig nimmt diese Möglichkeit, also lassen viele Unternehmen still die Finger davon.